Vita

Ich bin Lisa, 24 Jahre alt, studiere in Münster Sport und Chemie auf Lehramt und wohne auf einem ländlich gelegenen kleinen Hof mit mehreren Pferden, Hunden und Katzen. Neben meinem Studium widme ich mich voll und ganz dem Sport. Einer der größten Aspekte in meinem Alltag ist neben dem Laufsport der Reitsport. Ich bin in meiner Juniorenzeit im Perspektivkader der Vielseitigkeit geritten und war fast jedes Wochenende auf Turnieren und Trainingstagen unterwegs. 2013 musste ich einen Sturz mit meinem Vielseitigkeitspferd in Kauf nehmen und habe anschließend eine Pause im Turniersport machen müssen.

 

Ich fing an umzudenken und wollte mit einem jungen Pferd „alles besser“ machen. Mehr Vertrauen, mehr Liebe und Verständnis und ein stärkeres Miteinander waren die ersten Ziele, die mir durch den Kopf geschossen sind. Aber wie? Über die Umsetzung habe ich mir zunächst wenig Gedanken gemacht.

Im November 2014 fing alles an. Ich bekam ein 3jähriges Pferd Namens „Vite Valoo“ und stellte mich der Aufgabe dieses Pferd selber auszubilden. Von Beginn an legte ich viel Wert darauf, ein abwechslungsreiches Training, dem Alter entsprechend, zu gestalten. Ich fing an über die „Bodenarbeit“ nachzudenken, was im Turniersport nicht viel Ansehen fand. Tag für Tag trainierte ich mit Valoo die verschiedensten Dinge und habe ihn sowohl Dressurmäßig, im Springen und auch in der Vielseitigkeit ausgebildet. Wir bestritten unsere ersten Turniere zusammen und durften viele tolle Dinge erleben. Von der Qualifikation für das Reitpferdechampionat in Verden, über Siege in Springpferdepüfungen und mehreren Qualifikationen für das Bundeschampionat der Vielseitigkeitspferde. Es war für mich wie ein kompletter Neustart.

Dieser Neustart war geprägt von viel Vertrauensarbeit und einer neuen Sparte, die mich heute zu diesem Menschen gemacht hat, der ich nun bin. Manchmal saß ich ewig lange auf dem Reitplatz und habe Valoo beobachtet. Ich versuchte, seine „Sprache“ zu verstehen und eine Kommunikationsmöglichkeit außerhalb diverser Hilfsmittel, wie Trense oder Sattel, zu finden. Anfangs war es nicht immer einfach und wir mussten viele Rückschritte auf diesem Weg in Kauf nehmen. Doch die Arbeit zahlte sich aus und wir traten 2016 das erste Mal in einer großen Show, der Baltic Horse Show in Kiel, auf. Dort gewannen wir den Talentwettbewerb, welcher unser Leben erneut veränderte.

 

Schon 2014, als Valoo 3 Jahre alt war, fing ich mit dem Halsringreiten und der Freiarbeit an. Alles jedoch ohne diverse Bücher oder Lehr-DVDs. Ich wollte meinen eigenen Weg gehen und durch Ausprobieren verschiedenste Wege testen. Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Arbeit auf Shows und Lehrgängen präsentiere, doch irgendwie kam dann doch alles anders.

 

Seit Januar 2017 habe ich meine Arbeit nun offiziell gemacht und biete Kurse, Unterricht, Shows und Beritt an. So bilde ich die verschiedensten Pferde sowohl im Turniersport, als auch in der Freiarbeit/ Horsemanship auf meine Art und Weise aus. Auch weitere Nachwuchspferde für die Show sind zurzeit in meiner Ausbildung.

 

Message/Motto:

„Konsequent, aber freundlich!“

Ich möchte zeigen, dass auch Turnierpferde Vertrauen und Spaß an der Arbeit haben sollen. Die Bodenarbeit schließt den Turniersport nicht aus und andersherum kann bzw. sollte mit einem Turnierpferd auch Bodenarbeit gemacht werden. Die Zirzensik ist ein Kapitel für sich, welche bei guter Anwendung auch positive Einflüsse auf den Pferdekörper haben kann. In erster Linie möchte ich mit Sportpferden die Freiarbeit demonstrieren und für ein besseres Miteinander werben. Das Pferd ist dein Sportpartner und nicht dein Sportgerät. So sollte auch dein Pferd Spaß an der täglichen Arbeit haben und mit Neugier und Lebensfreude dabei sein. Hast du dein Pferd einmal auf deiner Seite, so wirst du noch mehr Spaß an der Arbeit haben, auch wenn du Leistung von ihm verlangst. Durch mein Sportstudium weiß ich auch, wie wichtig die körperliche Fitness eines Reiters ist. Ich bin der Meinung, dass Reiter sich genau wie andere Sportler, aufwärmen und dehnen sollten, bevor sie den Pferderücken besteigen. Bei den Leichtathleten, den Turnern und auch bei jeder anderen Disziplin zählt das Aufwärmprogram zum täglichen Training dazu. Warum laufen wir uns nicht zusammen mit unseren Pferden warm und erleichtern uns somit die Arbeit? Auch wir als Reiter brauchen Kondition, um unseren Pferde gerecht zu werden. Die Körperspannung und das Körpergefühl sind wichtige Aspekte, die eine gute Verständigung mit dem Pferd positiv beeinflussen.

Es gibt so viele Aspekte, die wir im Reitsport beachten sollten und wir werden jeden Tag viele Fehler begehen. Doch das macht uns Menschen aus und zeigt, dass keiner von uns perfekt ist. Trotzdem können wir über unser Handeln nachdenken und schauen, ob wir nicht doch hier und dort noch Kleinigkeiten zum Wohlergehen unserer Pferde verbessern und trotzdem Leistung abfragen können.